Gedanken

Ein offener Brief an …

…DICH!

Meinen geliebten Opa, den ich nie vergessen werde, der aber mich vergessen hat.


Weihnachten, die Zeit der Liebe und der Familie.
Weihnachten, die Zeit des Nachdenkens und des wertschätzen.
Weihnachten ist vorbei.

Ja über Weihnachten hat man viel Zeit für gutes Essen, lange Gespräche, Gemeinschaftsspiele und den ein oder anderen Drink.

Dieses Jahr war das Erste ohne meine Oma und meinen Opa.
Um die Frage zu beantworten, nein, keiner von beiden ist tot.

Aber wie die Umstände es manchmal so wollen, konnte weder Oma noch Opa da sein.
Diesen Post möchte ich meinem Opa widmen.

Ich möchte ihm einen Brief schreiben, den er jedoch niemals lesen wird … oder verstehen.

 

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Mein liebster Opa,

es bricht mir das Herz dich so zu sehen, auch wenn es schon viel besser ist.
Die Tabletten haben dich kaputt gemacht.
Von dem einst „großen, starken Mann“ ist nicht mehr viel übrig.
Geduckt gehst du vor mir an der Hand einer Fremden.
Sie ist lieb, nett und freundlich.
In ihren weißen Klamotten wirkt sie wie ein Engel, der macht das alles
wieder gut wird – oder besser.

Jedes Mal wenn ich dich besuche frage ich dich, wer ich bin und wie ich heiße.
Vor einiger Zeit konntest du die Frage wie aus der Pistole geschossen beantworten.
Heute denkst du darüber nach, lächelst mich an und sagst entweder
„Anna natürlich“ oder guckst meine Tante / Mama Hilfe suchend an und
sagst „sag du mal?!“.

Ich wünschte deine Krankheit wäre heilbar.
Ich wünschte, dass es dich niemals getroffen hätte.
Ich wünschte, du würdest dich für immer an mich erinnern.

Opa, ich habe tränen in den Augen.
Jeden Tag möchte ich dich besuchen und Zeit mit dir verbringen – aber diese
blöde Arbeit steht mir im Weg.
Ich möchte neben dir sitzen und mit dir lachen – so wie früher.
In die Speicherstadt fahren, mir deine alten Geschichten anhören ..
oder einfach eine Erwiderung auf meine Umarmung.

Ich konnte lange Zeit nicht so richtig etwas mit dem Begriff „Alzheimer“ anfangen.
Ich wusste, dass auch deine Mama daran erkrankte.
Und ich erinnere mich daran, wie wir sie damals im Heim besucht haben.
Du hast sie jeden Tag besucht.. du hast sie so sehr geliebt.

Als ich merkte, dass es nicht mehr nur ein „ich verlege meinen Schlüssel“ ist,
habe ich auch gemerkt wie weit es schon fortgeschritten ist und wie dringend du Hilfe brauchst.

Und jetzt, hast du diese (scheiß) Krankheit. Schwarz auf weiß.
Warum ist das leben so unfair?

Du bist der liebste Mensch auf dieser Welt und hast all das, was in letzter
Zeit passiert ist einfach nicht verdient.

Auch wenn du noch nie so gesprächig warst vermisse ich es, dass du redest.
Ganze Sätze sprichst.. und wie schon gesagt vor allem dein Lachen.
Es war immer so herzlich, offen und ehrlich.. genau wie du.

Opa, du bist mein Held.
Du bist der, der mir Fahrradfahren beigebracht hat.
Du bist der, der mich nie aufgegeben hat wenn ich etwas in Mathe zum 1000x erklärt haben wollte.
Du bist der, der immer auf mich aufgepasst hat.

Ich werde dich immer in meinem Herz haben..
Immer an dich denken, und an all das was du für mich getan hast.

Ich hab dich so lieb!
Bis Morgen.

Deine Anna

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3 Kommentare zu „Ein offener Brief an …

  1. Meine liebe Anna. Ich kann es nicht lesen, ohne Tränen zu bekommen. Es ist so ein schöner Brief und zugleich so ein schmerzhaftes Gefühl
    Ich habe letztes Jahr meine Oma verloren, sie war alles für mich… nun ist sie einfach nicht mehr da. Ich vemisse sie. Aber auch mein Opa, der mich 2009 verlassen hat, wird immer eine Lücke hinterlassen.

    Fühl dich gedrückt. ♥

    Deine Dani

    http://www.daninanaa.com

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