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Mein Auslandsjahr

Jeder so „ja also ich möchte unbedingt in die USA“.. und ich so „ne, ich nicht. Ich möchte unbedingt nach Südafrika“ – NICHT.
Ich erzähle euch mal ein bisschen meine Geschichte, wie ich darauf gekommen bin ins Ausland zu gehen, mit welcher Organisation, welche Tips ich für euch habe etc.

Zuerst einmal die kurzen Infos:
Land: Südafrika
Wann: von 2009 – 2010 (11 Monate – ich bin einen Tag bevor die WM in SA angefangen hat zurück geflogen, da nicht für die „Sicherheit“ gewährleistet wurden konnte.. klasse)
Alter: 16 – 17
Organisation: YFU

Als ich 14 Jahre alt war ist meine damalige beste Freundin für ein ganzes Jahr USA gegangen und war begeistert. Ich war von ihren Bildern und Geschichten so begeistert, dass ich mich da schon dazu entschieden habe auch einmal ein Jahr ins Ausland zu gehen.

Ich hatte ein ziemlich gutes Verhältnis zu meiner Englischlehrerin, die mir ganz viele Prospekte in die Hand gedrückt hat von Organisationen, die eben solche Austausche in die USA organisieren.
Für mich war klar, dass ich einen „Austausch“ machen möchte (letztendlich ist „Austausch“ das falsche Wort, da gar keiner in meiner Familie war – aber egal).

Die erste Hürde war für mich, es meinen Eltern zu erzählen, dass ich für ein ganzes Jahr weg möchte.
Die Reaktion meiner Mutter war wie erwartend: „nein, um Gottes Willen, das ist Teuer, dass ist gefährlich, das möchte ich nicht – das kann ich nicht“.
Zum Glück hatte ich meine Oma auf meiner Seite, die mich unterstützt hat.

Als ich das okay, hatte ging es darum die, für mich optimale, Organisation zu finden.
Ich habe mir genau 2 angeguckt.
Mit der Ersten ist auch meine Freundin geflogen.
Diese war aber viel zu teuer und ich habe mich bei dem Vorstellungsgespräch auch nicht wirklich wohl gefühlt. Man hat halt gemerkt, dass es ihnen nicht so richtig um den Menschen ging sondern wirklich nur um das Geld.
Nachdem wir da raus ware, war ich unendlich traurig, weil ich mit meinen 15 Jahren einfach nicht verstehen konnte, warum meine Eltern das Geld nicht für mich aufbringen wollten / konnten.

Und die Suche ging weiter, bis ich auf YFU gestoßen bin.
Die bieten unheimlich viele Länder an und haben zudem Stipendien für eben die Kinder, deren Eltern sich es einfach nicht leisten können – ihnen es aber trotzdem ermöglichen möchten.
Ich habe dort eine Bewerbung hingeschrieben und wurde tatsächlich zum „Vorstellungsgespräch“ eingeladen.
Zusammen mit 3 anderen Mädels wurden ich ganz genau unter die Lupe genommen.
„Was erwartest du von deinem Aufenthalt im Ausland“ – „Wie würdest du damit umgehen, wenn deine Geschwister dich nicht mögen“ etc.
Anscheinend habe ich mich ganz gut geschlagen denn sie haben mich angenommen.

Wenige Tage später wurden mir die Dokumente geschickt welche ich ausfüllen musste, dort waren unteranderem 3 Länder anzugeben, ich welches ich gerne möchte.
Für mich ganz klar: 1. USA 2. Kanada 3. Nicht.
Ich wollte nirgendwo anders hin.
Leider war ich dann auf Klassenreise und meine Oma meinte, dass sie alles noch einmal durchgehen möchte und es dann los schickt.

1 Monat später kam der Anruf.
„Ja hallo, YFU (wer auch immer) hier.
Herzlichen Glückwunsch Anna, es ist dein 3. Wahlland geworden“.
Und ich so „hä?“ – „Ja, Südafrika“ Ich „Ok, danke“ – aufgelegt.
Ich habe geheult.. das könnt ihr euch nicht vorstellen.

Jedenfalls war dann ca. 5 Monate bevor es los ging ein „Vorbereitungstreffen“ mit allen anderen Austauschhülern und wir wurden auf alles mögliche vorbereitet und das war wirklich super.

Dann verging die Zeit auch ganz schnell.
Ich habe meine Realschule fertig gemacht (also die 10. Klasse) und schwups gings los.
Ich war sogar die Erste, die eine Gastfamilie zugeteilt bekommen hat und hatte somit schon vorher ein bisschen E-Mail Kontakt.

Ich war in einer Afrikaans-Familie (die auch englisch sprach) in Pretoria und hatte 2 kleine Schwestern. Ich war der glücklichste Mensch auf der Welt.

Angekommen in SA waren wir die erste Woche wieder einmal im Camp wo wir Würmer essen mussten und wieder auf alles mögliche vorbereitet wurden.

(SHIT ich merke gerade, dass das hier locker 8 Seiten lang werden kann… ich kürz mal ein bisschen ab)

ALSO:
Ich war in einer Englischen, Christlichen, Privaten Schule die super war!
Die Südafrikanischen Menschen sind so lieb und offen – ich war einfach geflashed.

Und komplett überfordert mit der Situation.
Ich habe mich isoliert und innerhalb von weniger als 1 1/2 Monaten 20 kg zugenommen.
Ich habe nur noch geschlafen und mich nicht bewegt und war nur in meinem Zimmer.. Alles war so anders –  das Essen, die Menschen, das Wetter die Mentalität.

Nach ca 6 Monaten hat es so doll zwischen mir und meiner Gastmama geknallt, dass sie mich fast nach hause schicken wollte und ab da wurde alles besser.
Ich habe mich geöffnet, an schulischen Aktivitäten teilgenommen und mich mehr auf die Familie und die Menschen eingelassen.

YFU hat im Dezember eine „December Tour“ organisiert.
Wir sind die Küste entlang von Port Elizabeth bis Kapstadt mit einem Bus gefahren, haben unendlich viele Stops an den schönsten Orten, die ich jemals gesehen habe gemacht, und am Ende waren wir in Kapstadt.
Kapstadt ist wunderschön und ich möchte dort unbedingt wieder einmal hin. Ich habe dort sogar Delphine im Meer gesehen.

Also rückblickend kann ich sagen, dass das die aller beste Erfahren ist, die ich jemals gemacht habe oder machen konnte.
Könnte ich zurück gehen zu dem Zeitpunkt an dem ich als 16Jährige dort ankam würde ich nur eins anders machen: mich mehr anpassen und auf meine Mitmenschen eingehen.

Für alle die bis hier hin durchgehalten haben ein paar Tipps:

Wie ihr eure Eltern überzeugen könnt:

  • Ihr könnt eine neue Sprache lernen, was in der heutigen Zeit so unendlich viel wert ist
  • Ihr lernt viel über euch selbst, werdet selbstständiger und erwachsener
  • Es ist eine einmalige Chance, die man nur im jungen Alter machen kann (einen Austausch)
  • Durch Zuschüsse, der oben genannten Organisation, kann es gar nicht am Geld scheitern
Worauf ihr euch einstellen solltet:
  • Es ist eine komplett andere Welt, egal wo auf der Welt ihr euch befindet. Einen kleinen Kulturschock zu bekommen ist nichts außergewöhnliches
Was ihr tun solltet, um euren Aufenthalt so schön wie möglich zu machen:
  • Habt nicht zu viel Kontakt nach Hause (das verursacht nur Heimweh, und es ist auch anstrengend für die Gastfamilie wenn ihr nur am Handy / Laptop hängt)
  • Seid offen für neues und blockiert nicht sofort
  • Lasst euch auf die Familie und deren Kultur ein – geht in die Kirche, esst Sachen die ihr nicht kennt und gebt euch Mühe die Sprache zu lernen
  • Schenkt Aufmerksamkeit und zeigt Interesse
dann kann eigentlich gar nichts schief gehen.
Wenn ihr irgendetwas speziellen wissen möchtet, dann könnt ihr mir gerne eine E-Mail schreiben.
Ich würde es immer wieder tun, denn es war das Beste was ich jemals gemacht habe und ich liebe meine Familie in SA nicht umsonst fliege ich im März wieder hin.
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2 Kommentare zu „Mein Auslandsjahr

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